ihkmagazin-IHK_09_26

≥ Mehr Infos: www.ihk.de/osnabrueck (Nr. 7136254) Handlungsfähige Kommunen, starke Standorte Ob Genehmigungen, Gewerbeflächen, Straßen oder digitale Verwaltungsan- gebote: Vieles, was Unternehmen für ihre tägliche Arbeit benötigen, wird auf kommunaler Ebene gestaltet. Wie eng die finanzielle Situation der Kommunen und die Wahrnehmung der Unternehmen zusammenhängen, zeigt eine aktu- elle Befragung der niedersächsischen Industrie- und Handelskammern. von Christian Weßling, IHK wartet in den kommenden drei Jahren steigende Hebesätze bei Grund- und Gewerbesteuern. Zugleich verzichten viele Kommunen auf Investitionen, weil Eigenmittel fehlen oder Förder- und Geneh- migungsverfahren Vorhaben verzögern. Ebenfalls problematisch und aus Sicht vieler Unternehmen nicht Ef zienz fördernd: Der deutliche Personalaufbau im öffentlichen Sektor. Allein zwischen 2015 und 2025 stieg die Zahl der sozialver- sicherungsp ichtig Beschäftigten im öffentlichen Dienst in Nieder- sachsen um 25,3 %, in der Region jedoch deutlich stärker, nämlich mit einer Bandbreite von 29,1 % im Landkreis Osnabrück bis 37,5 % in der Grafschaft Bentheim. Die Ergebnisse zeigen: Kommunal nanzen und -strukturen sind längst auch ein Wirtschaftsthema. Neben einer auskömmlichen Fi- nanzierung braucht es eine moderne Aufstellung der Verwaltung, beispielsweise durch digitale Angebote und ef zientere Verfahren. Di e Kommunalwahl 2026 bietet die Chance, diese Fra- ge n stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Aus Unternehmenssicht besteht vor allem bei der Leistungsfähigkeit der kommunalen Ver- waltung Handlungsbedarf. Im IHK-Bezirk Os- nabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim bewerten 72 % der Betriebe kommunale Ent- scheidungs- und Genehmigungsprozesse als eher lang oder sehr lang. 42 % beurteilen die digitalen Verwaltungsangebote ihrer Kommune als schlecht oder sehr schlecht. „Für Unternehmen entscheidet sich Standort- qualität nicht nur auf Gewerbe ächen oder Ver- kehrswegen, sondern oft ganz konkret am Schreibtisch einer Verwaltung. Schnelle Verfah- ren, klare Zuständigkeiten und digitale Ange- bote sind heute wichtige Voraussetzungen für Investitionen und Wachstum“, sagt IHK-Haupt- geschäftsführer Marco Graf. Die parallel befragten Kommunen verweisen dagegen auf ihre zu- nehmend angespannte Finanzlage. Im IHK-Bezirk sehen 83 % zu- sätzliche Aufgaben von Bund und Land als starke Belastung ihrer nanziellen Handlungsfähigkeit. 97 % halten deren Finanzierung für unzureichend oder gar nicht gegeben. Mehr als die Hälfte er- Befragung • Sehr kurz • Eher kurz • Angemessen • Eher lang • Sehr lang 4,1% 54,6% 1% 22,7% 17,5% Wie bewerten Sie die Dauer von kommunalen Entscheidungs- und Genehmigungsprozessen, mit denen Ihr Unternehmen zu tun hatte? 50% 40% 60% 70% 80% 30% 20% 10% 0% 90% 100% Standardreduzierung In welchen Bereichen sehen Sie den größten Reformbedarf zur Steigerung der Verwaltungsleistungsfähigkeit? (Mehrfachauswahl) Digitalisierung Verfahrensvereinfachung Interkommunale Zusammenarbeit Personalgewinnung Anderes 74,2% 96,8% 71,0% 25,8% 22,6% 6,5% Tempo machen: Unternehmen dauern kommunale Entscheidungs- und Genehmigungsprozesse zu lange. Hebel sind bekannt: Kommunen sehen Reformbedarf bei einfacheren Verfahren, weniger Standards und mehr Digitalisierung. 17 | IM FOKUS | Kommunalwahlen

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