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von Sarah Buletta und Frank Hesse (IHK) >> Der Blick auf die Wirtschaftsfreundlichkeit ist ent- scheidend. _Die Verwaltung ist ein Standortfaktor von vie- len. Was macht einen attraktiven Wirtschafts- standort aus? Die Standortentscheidung eines Unternehmens ist zugleich eine Entscheidung für die Verlässlichkeit der Kommunalverwaltung und der Politik. Verläss- lichkeit bedeutet dabei vor allem, dass wir eine an- sprechbare Verwaltung haben und dass die Spitzen der Verwaltung den Unternehmen zugetan sind. Ein attraktiver Wirtschaftsstandort lebt außerdem von einem guten Fachkräftenachwuchs, für den unter anderem Universitäten und Hochschulen in Osnabrück und in Lingen sorgen. Auch die Berufs- ausbildung in den Betrieben ist wirklich ausge- zeichnet. _Gewerbesteuern, Grundsteuern und Gebühren haben Sie angesprochen. Wie wichtig sind diese Faktoren aus Sicht der Wirtschaft? Es käme sicher kein Unternehmen auf die Idee, sich in einer Kommune mit einem exorbitant hohen Ge- werbesteuerhebesatz anzusiedeln. Glücklicherweise hat unsere Region, insbesondere das Emsland, den strukturellen Vorteil unterdurchschnittlicher Ge- werbesteuerhebesätze. Diesen sollte das Emsland auch nicht verspielen. Das gilt in ähnlicher Weise für die Grafschaft. In der Stadt Osnabrück sind wir dagegen eher bei städtischen und großstädtischen höheren Gewerbesteuerhebesätzen und neuen exo- tischen Abgaben. Da ist die Kreativität der öffent- lichen Verwaltung und auch der Stadträte unbe- grenzt. Wir würden uns einen Verzicht auf neue Gebühren, Verpackungssteuern und Bettensteuer wünschen. _Herr Goebel, die Kommunalwahlen stehen an. Warum sollten sich die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region überhaupt für die Kommunalwahl interessieren? Die Kommunalwahlen sind extrem wichtig, auch aus unternehmerischer Perspektive. Die Politik wird nicht nur in Brüssel oder in Berlin gemacht oder in Hannover. Ganz entscheidend sind die Rah- menbedingungen, die Standortbedingungen vor Ort – also in den Städten, in den Kommunen, im Landkreis. Die Politik wird vor Ort gemacht, Demo- kratie wird vor Ort verstanden. Und die Entschei- dung eines Unternehmens für einen Standort ist immer eben eine für eine Kommune. _Die Unternehmen, die hier schon angesiedelt sind, müssen sich vielen Herausforderungen stel- len. Welche Themen beschäftigen die regionale Wirtschaft aktuell besonders? Wenn wir uns auf unsere IHK-Region fokussieren, dann leiden die Betriebe vor allem unter der Dein- dustrialisierung, also dem Rückbau der Industrie- arbeitsplätze, sowie dem Aufbau der Bürokratie, der nicht zuletzt mit dem Zuwachs der Arbeitsplätze in der öffentlichen Verwaltung einhergeht. Darüber hinaus sind etwa die Unternehmensnachfolge oder nanzielle Rahmenbedingungen wie steigende Steuern und Abgaben weitere Herausforderungen. _Was kann die Kommunalpolitik da tun? Sie kann erst mal etwas nicht tun: nämlich die Steuern nicht zu erhöhen, weder die Grundsteuer noch die Hebesätze für die Gewerbesteuer. Wir stel- len leider einen gefährlichen Trend fest, der in die andere Richtung geht. Zum anderen sollten die Kommunen explizit das Ziel verfolgen, wirtschafts- freundliche Standorte zu werden oder zu bleiben. Die IHK veröffentlicht regelmäßig im Vorfeld von Wahlen Wirtschaftspolitische Positionen. In diesem Jahr hat die IHK-Vollversammlung die Kommunalpolitischen Positio- nen zur niedersächsischen Kommunalwahl am 13. Sep- tember 2026 beschlossen. IHK-Präsident Uwe Goebel stellt im Gespräch mit Radiojournalistin Sarah Buletta dar, warum sie wichtig sind und welche Empfehlungen sich daraus konkret ergeben. 15 | Foto: IHK/Jette Golz

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