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Straßenszene: Caroline Flohr brachte das Foto im März aus Ghana mit, wo die fair equity gGmbH an mehreren Startups beteiligt ist. Karsten Wulf (r.) gründete fair equity zusammen mit weiteren Unternehmern. Kapital, das im Kreislauf bleibt Viel Zuspruch fand Ende 2025 unser IHK-Regionalforum Afrika, bei dem Marktchan- cen und Praxiserfahrungen im Mittelpunkt standen. Dort stellte sich auch die fair equity gGmbH aus Osnabrück vor. Im Juni letzten Jahres berichteten wir in unserem Magazin über die Neugründung. Inzwischen gibt es erste Erfolge. Primär geht es uns immer darum, Arbeitsplätze und Wirtschafts- wachstum zu schaffen. Angesichts der jungen und wachsenden Be- völkerung ist das unser Kernanliegen. Afrika ist der jüngste Konti- nent der Welt, und es wird viel zu wenig dort investiert: Auf den Kontinent entfallen rund 18 % der Weltbevölkerung, aber nur etwa 0,6 % des weltweiten Wagniskapitals. _Wie nden Sie Ihre Beteiligungen, wie funktioniert das Matching mit den afrikanischen Unternehmen? Wir greifen viel auf unser Netzwerk vor Ort zurück, auf Inkubato- ren und private Investoren, machen aber auch Ausschreibungen. Startup-Ökosysteme sind immer eine kleine Blase. Bevor wir in- vestieren, durchlaufen die Unternehmen aus unserer Pipeline eine strenge Due Diligence. Wir sichern uns rechtlich und bei den Fi- nanzplänen ab, soweit man das bei Wagniskapital machen kann, treffen die Gründerinnen und Gründer und schauen uns die Be- triebe an. Ein gewisses Risiko bleibt natürlich immer. _Was war Ihr größter Lerneffekt seit dem Start? Startups dort haben Hürden, über die hier niemand diskutieren müsste. Eine Lieferung bleibt aus, weil die nicht asphaltierte Straße mal wieder überschwemmt ist. Die Produktion muss angehalten werden, weil der Strom über Tage ausfällt und der Generator kaputt ist. Je länger man die Startups begleitet, desto mehr braucht man Partner, die vor Ort unterstützen können. Das schönste Learning ist aber, dass wir selbst diesen Kontinent chronisch unterschätzen. In OSNABRÜCK | Die fair equity gGmbH wurde 2024 mit einem Start- kapital von 2 Mio. Euro von Karsten Wulf (ehemals buw) gemein- sam mit den Unternehmern Bert Mutsaers (Bedford GmbH), Gunnar Sander (Sander P ege GmbH) und Bernd Schmidt-Ankum (Leiber GmbH) gegründet. Seither beteiligt sie sich an afrikanischen Start- ups und mittelständischen Unternehmen. Das Besondere: Rendite, Dividenden oder Exits werden nicht an Spender ausgeschüttet, sondern neu investiert. Mit einem Teil der Gewinne werden Sozial- projekte unterstützt. „So entsteht ein Kreislauf, der immer wieder aufs Neue wirkt“, heißt es. _Frau Flohr, Sie betreuen das Fundraising und die Startups. Was ist seit dem Beginn im Jahr 2025 passiert? Viel. Im November haben wir unsere erste Beteiligung, Medpharma, abgeschlossen. Per App sichert sie die gesundheitliche Versorgung: mit KI-gestützter Diagnostik, ärztlichen Online-Konsultationen und der Lieferung von Medikamenten. Im März haben wir uns an Skin Gourmet beteiligt. Das Unternehmen stellt essbare Naturkos- metik her, die die Gründerin inzwischen in über 30 Länder ver- treibt. Dahinter stehen mehrere Kooperativen, darunter eine von über 130 Frauen im Norden Ghanas, die für Sheabutter produzie- ren. Auch an der Schokoladen rma fairafric sind wir beteiligt. Deren komplette Wertschöpfungskette ist in Ghana. _Wie und mit welcher Zielsetzung bringt sich fair equity in die Beteiligungen ein? von Dr. Beate Bößl, IHK Foto: fair equity gGmbH / kl. Foto: J. Golz | 38 Osnabrück | Emsland | Grafschaft Bentheim | September 2026 AUS DEN REGIONEN Osnabrück

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